Wie alles anfing

alles was so rund um die Produktion meiner Musik entstanden ist

Wenn man heute damit beginnt, Musik zu 'machen', kann man sicherlich viele verschiedene Wege beschreiten. Ich habe mich auf Grund meiner Ambitionen im Computerbereich dazu entschlossen, meine Musik mit dem Computer zu 'machen'. Dass das geht, ist mir schon länger bekannt gewesen. Aber alles war für mich erst einmal sehr verwirrend. Da gab es jede Menge Programme, Tools, Plug-In's, VST's und nicht zu vergessen: eine unüberschaubare Masse an Hardware wie Soundkarten, Interfaces, Mixer, Controller, Keyboards und und und....

Da ich vor Urzeiten schon mal in einer kleinen Band gespielt hatte und damals auch für die Technik zuständig war, war ich vom Denkansatz eher noch 'analog' eingestellt und habe nun versucht, diese analoge Welt in entsprechender Hard- und Software auf dem Computer abzubilden.

Also wo anfangen?

Also ich hab sozusagen hinten angefangen. Die Bandmaschine sollte nun die Festplatte sein. Also brauchte es eine Software, die es erlaubt, die Signale in mehreren Spuren aufzunehmen (wie auch immer die Signale in den Computer kommen) und dann über ein Mischpult - das nun auch 'virtuell' im Computer sein wird - zusammen zu mischen.
Soweit so gut: So wie es aussah, gab es dafür verschiedene Programme. Mit manchen konnte man die aufgenommenen Sounds 'zerschnippeln' und dann wieder zusammen basteln. Mhh schon mal ein Anfang - aber dies bedeute, dass man alle Instrumente haben und sie auch spielen können müsste. Das war dann doch nicht so ganz mein Ding.

Also weiter geforscht.. - Da gab es noch eine andere Sorte Programme, die konnten MIDI-Daten aufnehmen und wiedergeben.

MIDI-Daten, das wußte ich schon, waren Daten, die von Keyboards ausgegeben werden konnten und im Prinzip den Notenwert, die Dauer, den Anschlag und noch weitere Informationen in Zahlenwerten beinhalten. Bei weiterem Studium stellte ich dann noch fest, dass es 'virtuelle Instrumente' gab - als Plugins oder auch oft als 'VST' für sogenannte Sequenzer-Programme. Das war doch genau, was ich suchte - eine Flöte oder was auch immer auf dem Keyboard 'spielen' und der Computer bzw. die Software speichert das in einzelnen Spuren - toller Nebeneffekt dabei ist, dass man sogar die Noten direkt per Maus/Tastatur 'einspielen' und verändern konnte.

So - nach einigen Gesprächen mit Fachleuten habe ich mich dann für Cubase entschieden - war zwar nicht die preiswerteste Lösung. Aber es sollte wohl das vernünftigste und funktionellste Programm sein - und es gab eine doch erschwingliche 'ältere' Version 3 SE, die wohl alles, was ich als Anfänger so brauche, kann. Also kam das als erstes auf die Einkaufsliste.

Als nächstes brauchte ich ein Gerät, das all die Daten - ob nun MIDI- oder Tonsignale in den Computer rein- und rausschaffte. Man sagte und schrieb überall was von ASIO, Latenz und -oh welch Wunder - meine vorhandene Terratec Aureon-Firewire Kiste hatte dafür schon mal alles, was man für Tonsignale braucht. Fehlte nur noch was für MIDI. Aber das war recht schnell gelöst - ein kleines USB-Kistchen hat das Problem gelöst.

Was jetzt noch fehlte, war ein Keyboard - irgendwo im Keller gabs doch noch so 'nen alten Korg, der hatte doch 'ne MIDI Buchse.. - also das Ding ausgegraben und drangestöpselt.
Ha - da tat sich was - ich konnte nach dem Studium des Handbuches von Cubase meine erste 'Spur' aufnehmen. Toll - also auf Wiedergabe geklickt und ... nix - irgendwie lief da zwar was, aber es kam kein Ton - also weiterlesen - probieren - lesen - fluchen - arghhh -
um dann festzustellen, dass die Daten wieder als MIDI zum Korg gingen. Da der aber nicht an eine Anlage bzw. Boxen angeschlossen war, war auch nichts zu hören. Aber ich wollte doch, dass die Töne aus der Terratec raus kommen!? Des Rätsels Lösung war dann das Fehlen der richtigen 'Verbindung' im Cubase - man muss also ein 'Instrument'  - sprich irgendwas, das die MIDI-Daten in Töne umwandelt, einstellen. Nach einigem Rumsuchen und Probieren fand ich dann den 'Microsoft GS Wavetable Synth' - hurra!, es gab Töne aus dem Lautsprecher.

Also wieder ein Schritt weiter - aber die nächsten 'Probleme' kamen gleich mit: Es klang nicht sooo toll und irgendwie gab mein Korg nur die Notenwerte und Dauer aus, aber es war völlig wurscht wie stark/schnell ich die Taste drückte - es gab nur Ton an oder aus - also fehlte die Anschlagdynamik. Ein Studium des Handbuchs - das gabs Gott sei dank noch - des Korg's ergab, dass der das nicht kann - und per Maus für jede Note den Anschlag zu verändern, war auch nicht sinnvoll. Ab ins Musikgeschäft und den Verkäufer zum wiederholten Male genervt. Er machte mir klar, dass mein Korg halt einfach zu alt war und das MIDI zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen steckte. Ich brauchte also ein sogenanntes Masterkeyboard. Also hab ich mir die Dinger mal zeigen lassen und habe mich dann für das M-Audio Axiom-61 entschieden. Das Ding wird direkt per USB angeschlossen und braucht gar kein MIDI-Interface am Computer. Naja, so teuer war das MIDI-Interface ja nicht und wer weiß, vielleicht ist es ja noch für was anderes zu gebrauchen.
Das Keyboard gab es im Bundle mit einem 'Virtual Instrument' namens Classial Collection - nach Aussage des Verkäufers würde dies auch meine 'Klang-Probleme' bei der Soundausgabe lösen. Eine Demo dort und ein 'Lehrgang' wie man das in Cubase benutzt haben mich überzeugt: gekauft.

So - zu Hause angekommen, alles installiert und los gehts. Klar, hab ich erst mal wieder alles mögliche falsch gemacht. Aber nach einigem Rumprobieren und Lesen der Handbücher fing es an, so zu funktionieren, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Also ran an's Werk: Die ersten kleinen Stücke eingespielt, nach einem weiteren Besuch im Musikladen mit Lehrgang, hatte ich das dann auch mit den MIDI-Kanälen und mehreren Spuren begriffen. Dann noch mit dem Cubase-Mixer und der Zuordnung der Regler und Tasten des Keyboards zu den Cubase-Funktionen gekämpft und es konnte sich hören lassen. Wie man dann aus dem Mix ein MP3 kriegt, hab ich schließlich auch noch rausgefunden.

Soweit so gut. Jetzt waren die ersten Hürden genommen und ich habe damit begonnen, meine ersten Stücke zu produzieren. Alles wurde besser und so langsam kam ich auch hinter die kleinen und großen Geheimnisse der Software - und an die Grenzen.

Als erstes stellte ich fest, dass die E-Gitarren und das Schlagzeug nicht ganz so dem entsprachen, was ich wollte. Die E-Gitarren klangen - naja - und mit dem Einspielen der Schlagzeug-Parts hatte ich so meine Probleme; irgendwie kann ich mich nicht damit anfreunden, Schlagzeug auf 'nem Keyboard bzw. auf den Mini-Gummipads des Keyboards zu spielen. Da musste eine alternative her.